Material Part 1

Hallo Ihr Fashionlovers!

Habt Ihr Euch mal gefragt, woraus Eure Kleidung eigentlich gemacht wird? Die Textilindustrie bringt, wie Ihr wahrscheinlich wisst, ein grosser Ressourcenverschleiss mit sich und belastet die Umwelt zudem stark mit Co2-Emissionen und Chemikalien.
Die guten Neuigkeiten: Es gibt Alternativen! Wir möchten Euch heute und am nächsten Montag ein paar tolle Materialien vorstellen, mit welchen unsere Produzenten arbeiten:

LYOCELL


Photos and Jumpsuit by Underprotection. 
Donna Jumpsuit available on The Mint Corner.


Lyocell, oft auch bekannt unter dem Markennamen „Tencel“ , wird als „man-made Zellulosefaser“ bezeichnet, da sie einen natürlichen Ursprung hat, aber industriell hergestellt wird.
Sie wird aus Zellulosefasern – also dem Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden- gewonnen.
Das Ausgangsmaterial sind Sägespäne aus nachhaltig angebautem Eukalyptus.
Die Späne werden mit einer Lösung aus Aminoxid zu einer schlammähnlichen Masse vermischt und danach durch Spinndüsen gepresst, damit ein Garn entsteht.
Es gilt als Wunderfaser in der Textilindustrie, da sie biologisch abbaubar ist. Sie ist aber auch in der Herstellung sehr umweltfreundlich: Eukalyptus ist sehr robust; ein wahrer Überlebenskünstler, deshalb braucht es für den Anbau weder künstliche Bewässerung noch Pestizide. Zudem wird das verwendete Lösungsmittel aus der fertigen Faser wieder extrahiert und wiederverwendet. Alles in allem braucht die Herstellung von Lyocell nur ca. 15% des Wassers, welches für die Herstellung von
Baumwollgarn verwendet wird.

Lyocell ist sehr anschmiegsam, weich und atmungsfähig, also ein perfektes Ausgangsmaterial für Kleidung. Ein weiteres Plus: es ist biologisch abbaubar!

RECYCLED POLYESTER


Photos and Body by Underprotection. 
Daria Body available on The Mint Corner.

Polyester an sich braucht viel Ressourcen in der Gewinnung und verliert mit jedem Waschgang Mikroplastikpartikel, welche unsere Umwelt verschmutzen (mehr darüber in unserem letzten Blogpost).
Nichtsdestotrotz ist die Chemiefaser schwer aus unseren Kleiderschränken wegzudenken. Laut Greenpeace bestand im Jahr 2018 49% der weltweiten Bekleidung aus Polyester und sie prognostizieren, dass sich dieser Anteil bis 2030 fast verdoppeln werde. Das grosse Problem von Polyester und Gegenständen aus Polyethylenterephthalat – wie beispielsweise PET-Flaschen - besteht darin, dass es nicht natürlich abbaubar ist. Diese Tatsache in Kombination mit dem Wissen,
dass immer mehr Kleider jährlich einfach weggeschossen werden, stellt uns vor ein riesiges Problem:
Berge von Plastik, die unseren Planeten erdrücken und unsere Ozeane verschmutzen.
Wer nicht auf Kleider aus Polyester verzichten kann oder will, hat die Möglichkeit auf „rPet“ (recycled PET), also wiederverwertetes Polyester auszuweichen, welches als eine deutlich grünere Option betrachtet wird im Vergleich zu neuem Polyester. Die Herstellung braucht signifikant weniger Energie-verschiedenste Studien nennen Zahlen von einer Energieeinsparungen zwischen 33%-59%- und auch die CO2-Emissionen während des Produktionsprozesses sind geringer, geschätzt wird eine
Einsparung von 32%.
Zusätzlich hilft es, alte Bekleidung aus Polyester, Plastikflaschen und andere Plastikbehälter, die sonst die Mülldeponien landen würden, wieder zu verwerten, denn genau daraus ist das Pet hergestellt.
Fünf Sodafalschen geben beispielsweise genügend Rohmaterial für ein XL-TShirt aus Pet.
Und wenn der Bedarf an Polyester mehr durch rPET abgedeckt wird, bedeutet das auch, dass weniger Erdöl, der Ausgangsstoff für Polyester, für die Textilindustrie gefördert werden muss…

RECYCLED NYLON 


Photos and Bra by Underprotection. 
Victoria Bra Black available on The Mint Corner.

Nylon wurde 1935 zum ersten Mal hergestellt. Es ist eine synthetische Faser, die oft für Outdoorbekleidung und Fischernetze, aber auch für Strümpfe und Unterwäsche eingesetzt wird. Sie ist sehr robust und biologisch nicht abbaubar.
Deshalb wurde in letzter Zeit auch in diesem Bereich nach Lösungen gesucht. Eine davon ist „Q-Nova“, ein Garn, welches mindestens zu 99% aus Abfallprodukten der Textilindustrie besteht, Abfallprodukte, die während des Produktionsprozesses entstehen und sonst auf dem Müll landen würden. Durch ein mechanisches Erneuerungsystem kann ohne Verwendung von Chemikalien ein neues Garn gewonnen werden, recyceltes Nylon. Weil es nicht nur sehr filigran sondern auch
ausserordentlich robust und atmungsaktiv ist, wird aus recyceltem Nylon oft wunderschöne Spitze gefertigt, welche sich perfekt für verführerische Unterwäsche eignet.

RECYCLED ELASTANE


Photos and Body by Underprotection. 
Victoria Body Black available on The Mint Corner.

Elastan, ist auch eine synthetische Faser und wie es der Name schon sagt, ist sie sehr dehnbar. Sie wurde 1959 auf den Markt gebracht und wird beispielsweise für Sportbekleidung, wie Leggings oder für Unterwäsche genutzt. Oft wird Elastan auch Textilien von Kleidungsstücken wie Jeans oder T-Shirts beigemischt, wenn sie körperbetont und dehnbar sein sollen.
Auch Elastan ist nicht biologisch abbaubar.
Deshalb wurde in Japan das « Roica Eco-Smart »-Garn entwickelt, welches ähnlich wie beim recycelten Nylon, zu über 50% aus Abfallprodukten besteht und somit weniger belastend für die Umwelt ist.

Soviel zu diesem Thema heute. Am nächsten Montag sprechen wir unter anderem über Bio-Baumwolle, Bananen- und Milchfasern.
Seid Ihr gespannt? Das könnt Ihr sein, denn es warten wieder ganz viel spannende, lustige und
überraschende Facts auf Euch.

Bis dann

Euer Mint-Corner Team 

xx

(Quelle: Underptotection)

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